Kindergedichte

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Der Weihnachtsmann stellt sich vor

Denkt mal, ich bin der Weihnachtsmann.
Wirklich, mit allem so drum und so dran:
ich habe einen ENORM dicken Bauch
und einen schneeweißen Bart hab´ ich auch.

Ich wohn´ am Nordpol, das wißt Ihr vielleicht,
dort, wo der Frühling mich niemals erreicht.
Dort, wo die Bären ganz weiß sind und auch
dort, wo die Luft ist wie Eiseshauch.

Aber: wenn man so dick ist wie ich,
findet man Kälte bloß lächerlich.
Nur meine Nase wird manchmal sehr rot,
so daß sie wie eine Ampel loht.

Und mein Bart, der ist manchmal gefroren,
und gelegentlich sind meine Ohren
beinahe blau! Dann muß schnell ich ins Haus,
und krame mir meine Mütze heraus.

Aber: wenn man so dick ist wie ich,
findet man Kälte bloß lächerlich.
Kälte und Winter sind meine Zeit,
sind meine Stunde, da bin ich bereit!

Da starte ich den Raketenschlitten,
da kommen all meine Diener geritten,
auf Zauber-Rentieren tief aus dem Pol:
Elfen und Trolle, hört ihr mich wohl!

Elfen und Feen und Trolle, schaut her!
Nun trägt das Jahr keine Arbeiten mehr;
nun sind die Mühe und Trübsal dahin,
jetzt sind nur Feste und froh leichter Sinn!

Jetzt kommen Liebe und Freude und Schenken,
jetzt kommen das An-die-anderen-denken,
Festglanz und Feuerwerk, Christbaum und Sang,
Gänsebratengeruch, und Liederklang!

Feen: ihr tragt die zarten Gedanken,
sprengt aller Menschen Eigensucht-Schranken,
füllt sie mit Freude und Warmherzigkeit,
bis es sie kitzelt, die Weihnachtlichkeit!

Elfen: ihr müßt die Geborgenheit bringen,
müßt um sie schweben, während sie singen,
müßt ihre Hand halten, leise, fein,
laßt es sie fühlen: sie sind nicht allein!

Trolle: das Schnee-Wunder ist euer Spiel.
Bringt mir die Schneewolken, ordentlich viel,
bringt mir die klirrende Kälte, ganz
über die Welt legt den flirrenden Glanz.

Ich aber will meinen Packsack beschweren,
will meine Vorratskammern entleeren,
will mit Geschenken, zum Platzen voll
über die Welt, daß sie rascheln soll!

Nichts will ich hören und nichts will ich sehen
als Kinder, die in Geschenkpapier stehen,
mit Schleifchen kämpfen und deren Backen
knallrot sind vom Geschenke-Auspacken!

Weihnachten! Keiner weint, keiner klagt.
Weihnachten! Freude ist angesagt!
Weihnachten! Bald kommt ein neues Jahr.
Weihnachten! Liebe ist unschlagbar.

Schon qualmt die Düse! Raketenschlitten:
gleich komm´ ich, husch! durch die Wolken geglitten,
gleich werf´ ich Päckchen, Pakete und
Liebe hinab durch den Schornsteinschlund.

Wenn ein Haus keinen Schornstein hat,
quetsche ich mich unterm Türschlitz platt.
Denn Kinder, dick ist mein Körperbau
- aber zaubern, das kann ich. Ich bin ganz schön schlau.

So kommen all meine Zaubersachen
stets an ihr Ziel, wo sie Freude machen.
Helft meinen Elfen: wenn in der Wohnung
Traulichkeit herrscht, kriegen sie ´ne Belohnung.

Helft meinen Feen: denkt liebe Sachen.
Denkt, wie ihr andere glücklicher machen
könnt! Wenn ihr´s tut, gibt es Feen-Orden
später bei mir, ganz hoch oben, im Norden.

Keiner hilft meinen armen Trollen,
die pflichtgemäß weiße Weihnachten wollen.
Dafür freuen sich, wenn ich´s bedenke,
meist alle über meine Geschenke.

So tu ich seit Jahr und seit Tag meine Pflicht.
Feen, Elfen, Trolle: sie drücken sich nicht.
Sie lassen, so weit es ihnen gelingen
will, Herz und Seele und Wolken erklingen:

Geborgenheit, Herzenswärme und Schnee
das ist, wie ich mein Weihnachten seh´.
Manchmal klappt´s mit dem Schnee nicht.

Dann geh ich
und lenke
eure Aufmerksamkeit einfach auf die Geschenke.

Wie ihr erkennt, daß ich bei euch war?
Gar nicht. Wenn ich will, bin ich unsichtbar.
Aber manchmal, wenn ich bei euch bin:
vielleicht merkt ihr doch was, irgendwie, so im Sinn...

(Timmo Strohm)

 

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